Kontroverse Debatte auf der didacta

Auf einer gut besuchten Veranstaltung im Rahmen der Bildungsmesse didacta in Köln bezog Martina Schmerr vom GEW-Hauptvorstand klar Stellung gegen die zunehmende Präsenz der Bundeswehr an Schulen. Sie verwies auf die neue Orientierung der Bundeswehr weg von der Verteidigungsarmee hin zur „Armee im Einsatz“. Die Bundeswehr versuche im Auftrag des Verteidigungsministeriums die Akzeptanz für diese Politik schon bei Schülern zu stärken und außerdem Nachwuchs für die Truppe zu werben. Dem steht die GEW kritisch gegenüber. Auch Joachim Schramm, Landesgeschäftsführer der DFG-VK und aktiv bei „Schule ohne Bundeswehr NRW“ machte deutlich, dass die Bundeswehr einseitig für die Militarisierung der Außenpolitik stehe. Die im Publikum vertretenen Jugendoffiziere der Bundeswehr hatten für sich in Anspruch genommen, den „Beutelsbacher Konsens“ zu achten und somit ausgewogen zu informieren. Dem hielt Joachim Schramm entgegen, dass dies eine Verfälschung des Sinns des Beutelsbacher Konsens sei, kontroverse Themen im Unterricht auch so darzustellen. Die Bundeswehr könne selbstverständlich nicht Positionen und Argumente für eine zivile, nichtmilitärische Politik glaubhaft darstellen. Sie stehe für Kriegseinsätze und gewaltsame Löungsversuche. Auch die in der veränderten Version der nordrhein-westfälischen Kooperationsvereinbarung mit der Bundeswehr sei eine solche gewollte Begriffsverwirrung enthalten. Dort werde der Bundeswehr die Aufgabe zugesprochen, die Friedensgesinnung der Schüler zu stärken. Doch die Bundeswehr steht für Krieg und militärisches Handeln und nicht für Frieden und Völkerverständigung. In der Diskussion wurde deutlich, dass auch in der Lehrerschaft häufig ein falsches Bild über die Auftritte der Bundeswehr vorhanden ist. So stellt sogar einer der Jugendoffiziere richtig, dass die Bundeswehr kein Verfassungorgan sei. Mit dieser Behauptung hatt ein Lehrer sich für die Anwesenheit der Bundeswehr an Schulen stark gemacht. Zum Abschluss informierten Jenny Becker (EN PAZ) und Jonas Schäfer (AGDF) noch über das wachsende Angebot an Materialien und Referenten zur Friedensbildung. Veranstaltungen wie diese sind notwendig, um die Diskussion zum Thema auch unter Lehrerinnen und Lehrer voranzubringen. Daher wäre eine Wiederholung auch an anderen Orten wünschenswert.

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